mine-ex – Hilfe für Minenopfer

sabato 8 luglio 2023

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Neuigkeiten und Geschichten aus der Welt von mine-ex



Allen Verboten zum Trotz kommen Landminen nach wie vor in Kriegen zum Einsatz. Selbst wenn man immensen Aufwand betreibt, um Minen und nicht explodierte Munition später wieder zu entfernen, wird es immer Geschädigte geben. Nur der absolute Verzicht auf jede Form von Krieg könnte dies ändern.

mine-ex versteht es als humanitäre und rotarische Aufgabe, zu helfen. Die Opfer haben ein Anrecht auf ein Selbst bestimmtes Leben, Mobilität, Würde und Akzeptanz in der Gesellschaft.

Gelegenheit, uns zu engagieren, gäbe es sehr viele. Syrien, Äthiopien, Eritrea, Irak: Die Liste an Brennpunkten ist lang. Statt die Ressourcen zu splitten, um an vielen Orten tätig zu werden, bündeln wir sie stattdessen, um eine langanhaltende Wirkung zu erzielen.
(Reto Stump, Präsident)


Prothesen - nur ein Teil der Hilfe


Eine Beschäftigung zu finden und einen Platz in der Gesellschaft, ist in Krisengebieten eine grosse Herausforderung. Umso schwerer haben es die Menschen, die Opfer von Landminen wurden; sie werden aufgrund ihrer Behinderung besonders diskriminiert. Die medizinische Versorgung allein, d.h. die Ausstattung mit Prothesen, ist da nur der erste Schritt.

Wenn wir die betroffenen Menschen mit den richtigen Hilfsmitteln ausstatten, wenn wir ihnen Möglichkeiten aufzeigen und Unterstützung bieten, die weit über Prothesen hinausgeht, sind sie zu bemerkenswerten persönlichen und beruflichen Leistungen fähig. Dank mine-ex gelingt es ihnen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und Wege zu finden, sich vollständig in die Arbeitswelt und in die Gemeinschaft zu integrieren, und dabei auch die eigene Würde wiederzuerlangen.

So bietet mine-ex den Geschädigten zusätzlich zur medizinischen Versorgung vor allem auch Hilfe bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Auch werden die Opfer von Landminen mit Schulmaterial, mit Universitätsstipendien und Mikrokrediten für den Wiederaufbau oder die Gründung des eigenen kleinen Unternehmens unterstützt.

Allein im Jahr 2021 konnten dank dieser Programme insgesamt 54 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz finden.
(Mauro Arrigoni)


Aktuelles aus:

Afghanistan (Karin Uffer unmd IKRK)


Seit der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 erlebt Afghanistan eine der grössten humanitären Notlagen weltweit. Dank der Spenden durfte mine-ex dort im Jahr 2022 insgesamt 27'131 Minenopfern (*) helfen. Opfer aus vergangenen Jahren waren ebenso darunter wie Männer, Frauen und Kinder, die erst jüngst durch Minen versehrt wurden.

In den landesweit sieben Rehazentren, die das IKRK betreibt, werden mit Hilfe von mine-ex Prothesen angefertigt. Darüber hinaus erhalten die Amputationspatienten Physiotherapie und, falls nötig, Betreuung zu Hause.

Mittels der sozio-ökonomischen Integrationsprogramme sind die Menschen fähig, für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien selbst zu sorgen. Ein entscheidender Schritt hin zu Würde und Selbstständigkeit!

Dass mine-ex diese Menschen gerade jetzt nicht ihrem Schicksal überlässt, ist lebensnotwendig und für selbstverständlich. Jede noch so kleine Spende kann das Leben eines betroffenen Menschen nachhaltig ändern. Aufgrund der exzellenten Beziehung zum IKRK ist mine-ex (fast) hautnah dabei, wenn die Minenopfer nach der Versorgung im Rehazentrum mit neuer Prothese und voller Zuversicht zu ihren Familien zurückkehren.

Dafür, dass die Spendengelder ankommen und zielgerichtet eingesetzt werden, garantiert unser langjähriger Partner, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

*Quelle IKRK: AFGHANISTAN, physical rehabilitation program, Updates from the field 


Kambodscha (Beat Wicky)

Zweites zentrales Wirkungsfeld von mine-ex ist Kambodscha. Unter der operativen Führung des IKRK liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit hier auf der Produktion und Anpassung von Prothesen, der Rehabilitation (Physiotherapie und Gehschulung), der sozialen Integration (Berufsbildung, Mikrokredite, Sport) sowie der Ausbildung von Prothesenbauern und Physiotherapeuten.

Nach den covidbedingten Einbrüchen 2020 und 2021 haben die Leistungszahlen inzwischen praktisch wieder das vorpandemische Niveau erreicht. So wurden in den beiden Rehabilitationszentren in Battarnbang und Kampong Speu im Jahr 2022 insgesamt 1009 Prothesen für Minenopfer angefertigt; exakt 4400 Patienten mit minenbedingten Verletzungsfolgen wurden dort behandelt.

Einen wesentlichen Beitrag zur Reintegration der Minenopfer leisten Kleinkredite für mikroökonomische Projekte.

Ähnlich grosse Erfolge erzielt die Unterstützung im Bereich der Berufsbildung: Sieben Studenten belegen aktuell den von mine-ex finanzierten Ausbildungslehrgang für Orthopädisten (Prothesenbauer). Weitere zehn Studenten erhalten dank eines Legats der Blumenau Leonie Hartmann Stiftung die Chance, einen Bachelor-Abschluss in Physiotherapie zu erwerben.

In der Summe wandte mine-ex im Jahr 2022 in Kambodscha 95'000 US-Dollar für Ausbildungsprogramme auf. Weitere 200'000 Franken entfielen auf den Betrieb der Rehabilitationszentren; dies entspricht etwa 30 Prozent der Gesamtkosten, die das IKRK für Rehabilitationsprogramme in Kambodscha jährlich ausgibt.

Quelle: Physical Rehabilitation Programme in Cambodia (ICRC) und Statistic Form 2022 (ICRC-Marc Zlot)




Ein Orthopädist (Prothesenbauer) bei der Arbeit.

Handarbeit mit Armprothese in Afghanistan

Fahrzeugmechaniker mit Beinprothese in Kambodscha