Neuste Informationen aus der Schule AFA in Manaus (Brasilien)

Der Verein Associação Fazendo Amigos (AFA) unterstützt (auch mit Hilfe des Rotary-Clubs Illnau-Effretikon) eine Schule in einem armen Stadtviertel in Manaus, Brasilien. Florine Angele, die Vereinspräsidentin berichtet:


Die Schule AFA hat den Betrieb Anfang Februar nach den langen Sommerferien (auf der Südhalbkugel sind diese im Dezember & Januar) wieder aufgenommen. Corona-bedingt ist wieder vieles anders als erwartet, gerne fasse ich dies hier kurz zusammen und wünsche viel Spass beim Lesen.

Kein Präsenzunterricht bis jetzt

Manaus wurde sehr hart von einer zweiten Corona-Welle getroffen. Viele Leute haben sich, da sich das Virus stark verändert hat, ein zweites Mal angesteckt und es sind erneut sehr viele Menschen gestorben. Auch im Umfeld der AFA gibt es einige Todesfälle. Aufgrund eines strengen Lockdowns war es im Februar nicht möglich, mit dem Präsenzunterricht zu starten. Die Lehrerinnen & der Lehrer – das Team hat genau einen Mann, den Informatiklehrer ;) – waren zwar etwas traurig, haben sich aber sofort mit der Situation abgefunden und alles umgestellt. In den ersten Tagen haben sie es sogar per Zoom-Unterricht versucht, aber leider hat sich die Mühe nicht gelohnt. Nur sehr wenige Kinder haben sich dazu geschaltet und so haben sie, wie bereits im letzten März und April, auf den Kanal "Whatsapp" gewechselt. Whatsapp ist in Brasilien eine der meist genutzten Kommunikationsplattformen und so sind die Eltern und Kinder hier auch am besten zu erreichen. Jede Klasse hat eine eigene Gruppe und dort werden alle Aufgaben und Erklärungen geteilt. Ein paar Bilder dazu und weitere Informationen findet man auf der AFA Webseite.

Ein Zmorgen mit vielen tropischen Früchten

Das Team der AFA trifft sich jeden Tag in den Räumlichkeiten der Schule. Dort können sie ungestört vorbereiten und die Kinder per Telefon betreuen. Das gemeinsame Frühstück und Mittagessen hat schon immer dazugehört, doch neu gibt es am Morgen nicht einfach Brot und Kaffee, sondern viele frische Früchte (Papaya, Ananas, Melonen, Trauben, Orangen, Bananen, Kochbananen) sowie kleine gekochte Palmfrüchte und Nüsse. Für diejenigen, die damit nicht genug haben, hat es natürlich auch noch Brot oder Crèpes aus Tapioka (eine regionale Spezialität). Sobald die Kinder in die Schule zurückkehren, sollen auch sie mehrmals pro Woche frische Früchte bekommen. Das ist wichtig für die Entwicklung und Abwehrkräfte. Nebenbei suche ich schon länger die Kommunikation mit der Köchin, damit auch die warmen Mahlzeiten gesünder werden. Mehr Gemüse anstatt Würstchen aus der Dose, aber Kochgewohnheiten ändert man nicht von einem Tag auf den nächsten ;)

Rucksäcke und Kinderkleider

Das Nähatelier bekommt zur Zeit keine externen Aufträge, aber die Näherinnen machen deshalb keine Pause. Sie haben begonnen Rucksäcke und Kinderkleider zu nähen, die sie in der Nachbarschaft und über Social Media verkaufen. Ein paar Bilder dazu am Ende dieses Artikels.

Kleine Zusammenkunft für die Lehrlinge

Das Projekt mit den sechs Lehrlingen ist auch während den Sommerferien weitergelaufen und musste trotz Corona nie unterbrochen werden. Es läuft jetzt noch bis Ende Mai. Im Juni ist dann die grosse Abschlussfeier geplant. Damit die Lehrlinge bereits vorher die Möglichkeit haben zu präsentieren, was sie bis jetzt gelernt haben, hat die Schulleiterin Maria im Februar spontan eine kleine Zusammenkunft für alle Lehrlinge und Lehrmeisterinnen und Lehrmeister organisiert. Der kleine Anlass war ein grosser Erfolg. Laut Maria hat dieser Austausch dazu geführt, dass alle umso mehr stolz waren Teil dieses tollen Projekts zu sein. Etwas genauere Informationen und Fotos gibt es wie immer auf der AFA Webseite.