Kontinuität im Wandel (Ueli Vögeli)

Sonntag, 1. Juli 2018

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Antrittsrede von Ueli Voegeli, Präsident Clubjahr 2018/2019 anlässlich der Amtsübergabe am 29. Juni 2018:

Vorab herzlichen Dank dir, Chris Lämmle, für deine umsichtige, engagierte und jugendlich-frische Clubführung im vergangenen Rotary-Jahr. Der Dank geht aber auch an alle bisherigen Vorstandsmitglieder und alle weiteren Mitwirkenden, welche jahraus-jahrein mitgeholfen haben, dass wir einmal mehr ein tolles Clubjahr miteinander erleben durften.

Vor gut 1 ½ Jahren hat mich Chris gefragt, ob ich dann einmal sein Nachfolger werden wolle im Präsidialamt. Um im zurzeit ja hoch aktuellen Fussballerchargon zu sprechen: Nach Chris’ Amtsjahr eine steile Vorlage für mich. Aber wie das in unseren Kreisen ja so üblich ist, habe ich damals spontan und ohne lange zu überlegen zugesagt. Immer in der leisen Hoffnung, dass ja dann vielleicht in den anderen Lebensbereichen ausserhalb Rotary (Familie, Beruf, Sport, Gemeinderat) schon gerade etwas Zeit frei sein wird…. es geht ja noch lange bis zum Amtsantritt… und sonst hat der Tag ja 24 Stunden und im schlimmsten Fall noch die Nacht dazu…

Im Ernst: Ich freue mich auf mein Präsidialjahr und es ist mir eine Ehre, es nun anzutreten. Ich denke, im Leben eines jeden Rotariers ist der Tag, an dem er das Präsidentenamt seines Clubs übernehmen darf, ein ganz besonderer Tag, der einem auch etwas mit Stolz erfüllt. Ob’s mehr Würde oder mehr Bürde ist, werde ich euch das nächste Jahr um die gleiche Zeit sagen können. Ich möchte bereits an dieser Stelle allen bisherigen und neuen Vorstandskollegen und allen Chargierten in der Clubversammlung und der Stiftung im Voraus herzlich danken fürs Mitwirken im neuen Amtsjahr. Natürlich bin ich auch allen anderen Clubmitgliedern immer dankbar, wenn sie mich betreffend rotarische Gepflogenheiten unterstützen und mich mit ihren Tipps oder guten Ratschläge vor rotarischen Fettnäpfchen bewahren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen: Wie das so üblich ist, mache ich gerne einen kleinen Ausblick auf das kommende Clubjahr. In so einem Rotary-Jahr ist ja Vieles möglich. Einiges wird erwartet vom Distrikt und von unserem geschätzten Governor Markus Hauser (Motto: «Tradition is our strength, innovation is our mission»), welcher sein Amtsjahr engagiert und mit bemerkenswerten «Hauptprojekten» wie «skilldream-Hotel» in Laos oder der «Water survival box» angegangen ist. Gerne werde ich zusammen mit meiner Crew das eine oder andere genauer anschauen und unsere aktive Mitwirkung und Unterstützung prüfen. Aber in erster Linie möchte ich in meinem Amtsjahr unser eigenes Clubleben und euch als geschätzte rotarische Freunde in den Vordergrund stellen.

In all den 9 Jahren, während denen ich jetzt in diesem rotarischen Freundeskreis mitwirken darf, durfte ich immer ein aktives, sehr engagiertes Clubleben mit euch verbringen. Viele Anlässe und Aktivitäten sind bei uns fest etabliert und bilden einen sehr guten Boden für unseren Dienst an Anderen und für die Pflege unserer Freundschaft. Ich darf jetzt – wo ich ein bisschen vermehrt auch in andere Clubs hineinsehe – hier sicher festhalten: Der Rotary Club Illnau-Effretikon ist sehr gut aufgestellt, unser Club «funktioniert». Darum will ich in meinem Amtsjahr auch nicht irgendwelche grossen oder ganz neuen Schwerpunkte oder Projekte anreissen. Aber natürlich werdet ihr auch in meinem Präsidialjahr nicht auf einzelne kleine Highlights und Besonderheiten verzichten müssen. Wenn es dann so etwas wie ein Motto bräuchte, dann würde ich es für mein Amtsjahr wie folgt nennen: Kontinuität im Wandel. Das passt aus meiner Sicht sehr gut zu Rotary und zu unserem Club. Aber was meine ich mit «Kontinuität im Wandel»? Ich möchte euch das wie folgt bildhaft erläutern:

Man könnte Rotary vergleichen mit einem Segelschiff, das schon etwas in die Jahre gekommen ist und durch die rotarische See kreuzt. Es ist gebaut aus Traditionen und Idealen. Es ist nicht das schnellste, nicht das wendigste Schiff, manchmal sogar etwas träge. Nicht hightech und modern, aber sicher und stabil. Das stolze alte Schiff hat seine Besonderheiten: Man kann es nur im Team segeln und vorwärtsbringen. Es hat jedes Jahr einen neuen Kapitän, welcher das Beste gibt, und versucht, das Schiff zu navigieren und das Ziel und den Horizont im Auge zu behalten. Einen Kapitän, mit dem Blick nach vorne, der die See beobachtet, das Wetter im Auge hat, und Ausschau hält nach aufkommenden Stürmen. Aber ein Kapitän ist ohne seine Mannschaft verloren. Verloren ohne jene, welche auf die Masten klettern um die Segel zu setzen oder jene, welche bei Bedarf den Anker werfen oder einholen. Auch der Koch - unser René vom Rössli - in seiner rotarischen Kombüse trägt wesentlich zur Stimmung an Bord bei und ist unverzichtbar. Würden hier nicht alle zusammen anpacken, würde dieses Schiff ziellos vor sich hindümpeln.

Liebe Freundinnen und Freunde, das stolze 44-jährige Schiff mit dem Namen „Rotary Club Illnau-Effretikon“ mit seinen 67 Aktivmitgliedern, hat eine sehr wertvolle Ladung. Es sind keine Computer aus China, keine Tesla aus Kalifornien oder kein Lammfleisch aus Neuseeland. Nein, diese wertvolle Ladung ist die Bereitschaft, anderen etwas Gutes zu tun und die Freundschaft zu pflegen. Eine Ladung auf die jeder, der an Bord kommt, selber auch verpflichtet ist, auf sie aufzupassen. Denn wenn diese Ladung unter Deck, aus welchen Gründen auch immer, verdirbt, ohne dass die Mannschaft und der Kapitän es merken, ist die ganze Fahrt vergebens gewesen. Der Platz auf diesem Schiff ist begrenzt. Darum ist gegenseitige Rücksichtnahme und freundschaftlich toleranter Umgang miteinander äußerst wichtig.

Eine weitere Besonderheit ist, dass an Bord Alt und Jung zusammenleben. Und das ist gut so, und bringt viele Vorteile mit sich, die wir manchmal vielleicht fast ein bisschen zu wenig beachten. Die Älteren können zwar nicht mehr auf die Masten und an die Riemen, wissen aber durch ihre große und lange Erfahrung, wie man die Knoten knüpfen muss, um die Segel zusammenzuhalten. Und die Jüngeren sind gut beraten, in ihrem Feuer und ihrem Engagement auf rotarischer See, die Nähe und Freundschaft zu den Älteren zu pflegen und damit von ihrer Erfahrung, Weisheit und Gelassenheit zu lernen.

Liebe Freundinnen und Freunde, etwa so meine ich das mit meinem Motto «Kontinuität im Wandel». Ich darf euch herzlich einladen zu einer weiteren einjährigen Seefahrt durch rotarische Gewässer. Es wird bestimmt auch Flauten, Stürme und hoher Wellengang geben. Das Wichtigste wird sein, dass die ganze Mannschaft und alle Passagiere immer wieder zu unserer Ladung „Freundschaft“ schauen, damit diese eben nicht verdirbt. Und es wird sicherlich auch das eine oder andere Fass Rum angeschlagen, um gemeinsam zu feiern. Gemeinsam schauen wir dafür, dass alle wieder unversehrt in den Hafen zurückkehren, und ich den Kapitänshut dann mit gutem Gewissen unserem Incoming-Präsidenten Urs Christen übergeben kann.

Und so möchte ich mit Euch zusammen das Glas erheben, rufe euch ein rotarisches Ahoi zu und wünsche uns allen eine gute und glückliche Reise. Liebe Freundinnen und Freunde, ich danke euch für eure geschätzte Aufmerksamkeit!

Ueli Voegeli, Präsident Rotary Club Illnau-Effretikon 2018/19



 

Dokumente im Anhang